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Spritspartipps

Mit nur ein wenig Bedacht die Umwelt, den Geldbeutel und auch gleich den Motor schonen
Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) gibt zehn hilfreiche Tipps:

1. Kein Ballast im Auto
Spritsparen beginnt vor dem Losfahren. Jedes Kilogramm Gewicht erhöht den Verbrauch des Autos. Faustregel: 100 kg Mehrgewicht kosten einen halben Liter mehr auf 100 Kilometern. Dachgepäck lastet besonders schwer auf dem Tank. Es macht alle Bemühungen der Autobauer zunichte, die Aerodynamik zu verbessern. Drei Fahrräder auf dem Dach bedeuten bei Tempo 100 einen Mehrverbrauch von 4 l/100 km. Selbst ein unbeladener Skihalter erhöht den Verbrauch eines Mittelklassewagens um etwa einen Liter. Also, Dachgepäckträger besser im Keller als auf dem Autodach lagern.

2. Reifen mit geringem Rollwiderstand
Erstens: Verlangen Sie beim Kauf eines Neuwagens, dass Energy- bzw. Leichtlauf-Reifen montiert sind. Diese sind beim Rollwiderstand deutlich optimiert und entsprechen allen Sicherheitsanforderungen für moderne Reifen. Auch wenn neue fällig werden, sollten Sie Leichtlaufreifen verwenden. 2003 hatte das Umweltbundesamt Reifen getestet, die Liste finden Sie unter www.umweltbundesamt.de. Zweitens: Fahren Sie immer mindestens mit dem Reifendruck, den der Autohersteller für das vollbeladene Fahrzeug bei Höchstgeschwindigkeit empfiehlt. Es darf auch noch ein bisschen mehr sein. Dem etwas geringeren Fahrkomfort stehen ein deutlich geringerer Verbrauch, weniger Schadstoffe, mehr Bremssicherheit und weniger Reifenverschleiß gegenüber. Übrigens: Breitreifen erhöhen den Verbrauch.

3. Kurzstrecken und Verschleiß vermeiden
Laut dem Autohersteller VW braucht ein Mittelklassewagen direkt nach dem Start rund 30 bis 40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer sinkt der Verbrauch auf etwa 20 Liter. Erst nach vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Verbrauch hat sich normalisiert. Daher gilt: kurze Strecken lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen.Der Verschleiß des Motors ist bei kaltem Motor außerordentlich hoch. Besonders schädlich für Motor und Umwelt: Warm laufen lassen im Stand. Am schonendsten erreicht der Motor seine Betriebstemperatur, wenn es sofort nach dem Motorstart losgeht und spritsparend gefahren wird. Lassen Sie beim Ölwechsel synthetische Leichtlauföle einfüllen. Diese haben bessere Schmiereigenschaften. Das schützt vor Verschleiß und senkt den Verbrauch.

4. Niedrigtourig fahren
Niedrigtouriges Fahren ist das A und O einer umweltverträglichen Fahrweise. Leider hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, ein Motor liefe am sparsamsten und schonendsten im mittleren Drehzahlbereich. Aber für alle Autos, die in den letzten zwanzig Jahren gebaut wurden gilt: je niedrigtouriger und je gleichmäßiger, desto besser. Mit einer geringeren Drehzahl zu fahren spart bis zu 30 Prozent Kraftstoff und schont den Motor. 2000 Umdrehungen pro Minute (U/min) reichen im Stadtverkehr aus.Seit zwei Jahren fragt der VCD bei der Recherche zur Auto-Umweltliste bei den Autoherstellern an, wie viel ihre Modelle bei konstant 30 km/h pro Stunde im 2. und 3. Gang und bei 50 km/h im 2. bis 5. Gang verbrauchen. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus. Ford hat extra für uns neun Fahrzeugmodelle getestet. Die meisten Hersteller behaupten, sie hätten keine Daten, weil ein solcher Verbrauchstest nicht vorgeschrieben sei. BMW schreibt, der VCD wäre der erste, der kritisieren würde, wenn BMW unrealistische Verbrauchswerte angeben würde. Gut gebrüllt! Der BMW-Konkurrent Porsche gibt genaue Werte an und vermerkt genüsslich: „Bitte beachten: Ein Porsche kann bei 30 km/h im 4. Gang und bei 50 km/h im 6. Gang gefahren werden.“ Im zweiten Gang braucht ein Porsche 911 Carrera bei konstant 50 km/h 15,1 Liter, im sechsten Gang braucht er nur 6,2 Liter Super.

5. Schnell schalten
Schalten Sie schon nach einer Wagenlänge in den zweiten Gang. Im zweiten und dritten Gang kräftig Gas geben und spätestens bei 2000 U/min in den nächsten Gang hoch schalten. Wenn man mit viel Gas bei niedriger Motorumdrehungszahl beschleunigt, erreicht man eine vollständigere, verbrauchsgünstigere und schadstoffärmere Verbrennung, als wenn man mit sanftem Fuß im mittleren Drehzahlbereich beschleunigt. Wer keinen Drehzahlmesser hat, orientiert sich am Tacho. Bei 25 bis 30 km/h in den 3., bei 35 bis 45 km/h in den 4. und bei 50 bis 55 km/h in den 5. Gang schalten. Mit den angegebenen Schaltpunkten sind fast alle heute zugelassenen Pkw vom Kleinwagen mit 40 bis 45 PS bis zur schweren Limousine problemlos zu fahren. Im höchstmöglichen Gang zu fahren, ist Grundbedingung fürs Spritsparen. Es schont außerdem den Motor und ist hörbar leiser. Unglaublich aber wahr: Ein Auto mit 50 km/h im 2. Gang wird als genauso laut empfunden wie 20 Autos, die bei gleicher Geschwindigkeit im 4. Gang fahren.

6. Vorausschauend gleiten
Jedes Anfahren und Beschleunigen verbraucht viel Benzin. Durch vorausschauendes Fahren wird eine möglichst regelmäßige Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit angestrebt. Genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug (Faustregel 3 Sekunden) hilft Ungleichmäßigkeiten im fließenden Verkehr auszugleichen und dient der Verkehrssicherheit. Fährt das Auto auf ein Hindernis zu, kann der Fahrer den bestehenden Fahrzeugschwung nutzen. Beispiel: Sie fahren 50 km/h und sehen in 200 bis 300 Meter Entfernung eine Ampel auf Rot schalten. Wenn Sie den Leergang einlegen, reicht der vorhandene Schwung, um im Verkehr mitzuschwimmen. Fließt der Verkehr nach einer Stockung weiter, schalten Sie in den ihrer Geschwindigkeit entsprechenden Gang und beschleunigen auf die gewünschte Geschwindigkeit.

7. Bremsen
Dass es notwendig wäre, den Motor zum Mitbremsen einzusetzen, ist ein Mythos aus den Zeiten der Trommelbremse. Bei älteren Fahrzeugen mit Vergasermotor ist der Ausstoß von krebserzeugenden Kohlenwasserstoffen bei der Nutzung der „Motorbremse“ bis zu zehnmal so hoch wie bei normaler Fahrt. Zurückschalten, um das Fahrzeug abzubremsen, ist nur bei starkem Gefälle angebracht. Zum Verzögern aus hoher Geschwindigkeit reicht es, den 4. oder 5. Gang eingelegt zu lassen und den Fuß komplett vom Gas zu nehmen.

8. Überlandverkehr
2000 U/min reichen auf Fernstraßen nicht aus. Auch gelten die genannten Schaltpunkte nicht für die Beschleunigungsstreifen der Autobahn und für Überholvorgänge auf Landstraßen. Generell gilt für Landstraße und Autobahn: je niedriger die Drehzahl und damit das Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Laut Ford ist der Verbrauch bei Höchstgeschwindigkeit bis zu doppelt so hoch wie bei dreiviertel der Höchstgeschwindigkeit. Als Orientierung können folgende Werte gelten: auf Landstraßen maximal 80 km/h, auf Autobahnen maximal 120 km/h.

9. Stromfresser ausschalten
Je stärker die Lichtmaschine durch elektrische Verbraucher belastet wird, desto höher ist der Kraftstoffverbrauch. Größter Stromfresser ist die Klimaanlage, die den Verbrauch im Stadtverkehr um bis zu 1,8 Liter auf 100 Kilometer erhöht. Auch jedes kleine Motörchen – z.B. für den Scheibenheber – erhöht den Verbrauch. Vergessen wird oft die Heckscheibenheizung. Die „verbraucht“ pro Stunde ca. 0,1 Liter Sprit. Umgerechnet auf den Stadtverkehr sind das 0,3 bis 0,4 Liter pro 100 Kilometer.

10. Motor aus!
Wenn sich absehen lässt, dass Sie zum Beispiel an einer roten Ampel mehr als 10 Sekunden stehen, sollten Sie den Motor abstellen. Beim anschließenden Motorstart auf keinen Fall Gas geben.

Quelle: VCD 
Stand: 2007-10

3 thoughts on “Spritspartipps”

  1. Martin sagt:

    So etwa zwischen „vorausschauend gleiten“ und „Bremsen“ hätte der VCD noch kurz auf das Thema „Schubabschaltung“ hinweisen sollen, d.h. dass man bei modernen Fahrzeugen den Leerlauf nicht zu früh einlegen sollte, da bei „geschobenem“ Motor die Kraftstoffzufuhr ganz abgeschaltet wird und der Verbrauch gegen Null geht und damit noch geringer als im Leerlauf ist.
    Das ist dann solange sinnvoll, bis man wieder den Leerlauf einlegen sollte, um ohne wieder Gas geben zu müssen bis zu dem besagten Hindernis kommen zu können.

  2. Suse sagt:

    Unter: http://www.volkswagen-spritsparen.de findet als Download die Broschüre „Effizient unterwegs. Hintergrundwissen für Spritsparprofis“. Hier wird das mit der Schubabschaltung erläutert und in welcher Situation sich was lohnt.

  3. oe sagt:

    Nach zuerst sehr unbefriedigenden Ergebnissen mit meinem Polo BM sind aus meiner Sicht die Punkte 4 und 6 der Schlüssel zu einem niedrigen Verbrauch. Dazu kommt noch ein wenig Beherrschung auf der Autobahn. Das heißt:

    – Je weniger Motorumdrehungen, desto geringerer Verbrauch. Heute kann man eigentlich jeden Motor bis fast zur Leerlaufdrehzahl hinunter (be-)treiben. Mein Polo braucht bei 1.200 U/min im 5. Gang nach Anzeige sogar unter 3,0 l. Das Geräusch wechselt dann zudem vom nervigen Nähmaschinenton zu einem zufriedenen Gurgeln (der Turbo läuft nicht mit, der Motor klingt wie ein alter Saugdiesel). Beschleunigungswunder darf man dann natürlich nicht erwarten, und mein Polo mußte fast 20.000 km eingefahren werden, bis er so untertourig wirklich richtig ruhig lief.

    – Beim Beschleunigen und in starken Steigungen sollte man den Bereich mit dem höchsten Drehmoment nutzen, also bei den VW-PD-Dieseln 2.000 bis 2.600 U/min. Soweit ich im Internet nachlesen konnte, hat ein Motor bei etwa 2/3 seiner Volllast seinen wirtschaftlichsten Bereich. Und je schneller man beschleunigt, desto früher kann man hochschalten.

    – Auf der Autobahn gilt: je schneller, desto höher der Verbrauch. Ich fahre mittlerweile meist etwa 115 km/h, das ist die beste Drehzahl im 5. Gang. Ein wenig Probieren mit der Verbrauchsanzeige und verschiedenen Geschwindigkeiten wirkt Wunder! Und wirklich viel Zeit verliert man durch langsameres Fahren auch nicht, dafür kommt man viel entspannter an (nur bitte nicht so auf der Überholspur kriechen, wenn ich hinter Dir bin und es doch mal eiliger habe! 😉 ).

    – Rollen im Leerlauf bringt sehr viel, vor allem in der Stadt und bergab. Wer es auf die Spitze treiben will, beschleunigt zum Beispiel auf 60 km/h, legt dann den Leerlauf ein und wartet, bis das Auto wieder bei Tempo 50 angekommen ist. Der Polo BM rollt ausgesprochen gut!

    So far…

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